Der US-Sportartikelhersteller Nike hat am 10. Dezember ein US-Patent für einen Schuh-Token auf der Ethereum Blockchain erhalten. Das Verfahren umfasst eine Automatisierung zur Erzeugung von kryptografischen digitalen Assets, die mit Schuhartikeln oder digitalen Designdaten verbunden sind, die diese Repräsentieren. Mit dem ERC-721 Token ist es möglich, dass Kunden eine eindeutige Besitzer-ID bekommen. Nike Sneaker in limitierter Sonderauflage werden in China bereits wie Aktien gehandelt und mit Preisaufschlag weiterverkauft. Damit tatsächlich nur die Originalmodelle im Sekundärmarkt gehandelt werden, hat Nike jetzt diesen Schuh-Token patentiert, der Besitzrechte über die Blockchain verifiziert.

Kunden können ihre Schuh-Token nach dem Kauf über eine von Nike bereitgestellte Sneaker App entsperren. Zu den physischen Schuhen erhalten Kundinnen und Kunden digitale Designvorlagen, damit sie in der virtuellen Realität nicht ohne ihre Lieblingsschuhe auskommen müssen. So will Nike gegen den Verkauf von Fälschungen vorgehen. Laut der OECD-Studie Trends in Trade in Counterfeit and Pirated Goods umfasst das Geschäft mit gefälschten Waren bereits 3,3% des globalen Handles. Bei den emittierten Tokens handelt es sich um sogenannte Non-Fungible Token (NFT). Aus dem Patent geht hervor, dass das entsprechende Token beim Kauf des physischen Schuhs durch die Eingabe eines Identifikationscodes entsperrt wird. Dabei avisiert der amerikanische Sportartikelhersteller vor allem das Problem gefälschter Produkte. Durch den Einsatz der Blockchain-Technologie ließe sich die Echtheit eines Produkts nachweisen.

„Potenzielle und aktuelle Eigentümer können digitale Assets über einen oder mehrere Blockchain Ledger, die auf dem dezentralen Computersystem ausgeführt werden, kaufen oder verkaufen. Beispielsweise kann ein Nutzer ein neues Paar gesuchter Sneakers von einem verifizierten Anbieter, der die authentifizierten Herkunftsnachweise vorlegen kann, kaufen. Nach dem Erhalt des Schuhkartons mit den gekauften Schuhen scannt der Benutzer den UPC des Kartons mit einem Barcode-Scanner in einer Sneakers-App auf dem Smartphone.“ – Auszug aus dem Patentantrag

Des Weiteren schlägt Nike vor, dass die Token-Erstellung mit dem Verkauf von Schuhen verbunden wird. Entsprechend ließe sich auch die Knappheit der im Umlauf befindlichen Exemplare nachweisen.

Nike will mit diesem Patent aber auch seine Präsenz in den neuen virtuellen Welten sichern. Das Patent räumt Nutzern das Recht ein, die digitalen Schuhe zu klonen. Entsprechend können Avatare die digitalen Kopien mit unterschiedlichen Farben oder anderen Ausstattungsmerkmalen tragen: ‚Zuchtrechte’ für einen digitalen Schuh werden durch eine oder mehrere realistische Herstellungsbeschränkungen geregelt. Die Eigentumsrechte für jede nachfolgende Generation eines digitalen Schuhs können an den ursprünglichen, realen Schuh über einen Verschlüsselungscode für das ursprünglich zugehörige virtuelle Produkt gebunden werden, heißt es dazu im Patent.

Besonders in China sind Nike Sneaker, die nur in einer stark limitierten Anzahl verkauft werden, ein Renner. Teilweise werden solche Modelle auf Handelsplattformen für gebrauchte Schuhe mit einem Preisaufschlag von bis zu 60 Prozent weiterverkauft, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bereits Anfang dieses Jahres. Modische Schuhe seien zu richtigen Wertanlagen geworden wie Aktien und Futures. Über die Blockchain erhält Nike nicht nur eine bessere Kontrolle über seine Schuhe. Bekannte Marken mit Millionen von Kunden in der analogen Welt haben deutlich bessere Möglichkeiten als Start-ups, im Zukunftsmarkt für neue digitale Dienstleistungen weiter eine entscheidende Rolle zu spielen.