Mentoring ist ein Wissenstransfer im unternehmerischen Umfeld in Form einer Patenschaft, bei der Wissen und Erfahrung weitergegeben werden. Klassisch wird dieses Wissen von älteren, erfahrenen Mentoren an jüngere, unerfahrene Mentees vermittelt. Doch kann die Methode auch umgekehrt funktionieren? Das haben wir drei Talente von Microsoft gefragt und gemeinsam mit ihnen das Reverse Mentoring Programm entwickelt, das erstmals auf dem CTO-Herbstforum vorgestellt wurde. Start ist im Januar 2021.

Im Gespräch mit Alina Rückert, Akio Nürnberger und Iptihar Illiyar:

Habt Ihr selbst Mentoring erfahren?

Mentoring ist ein wichtiger Bestandteil einer Karriere. Wir selbst haben es nach der Universität als Neulinge bei Microsoft erlebt. Beim Start in die Arbeitswelt begleiteten uns erfahrene Kollegen, die uns halfen, unserer Persönlichkeit und Professionalität weiter zu entwickeln. Sie haben unsere Perspektiven erweitert und unsere Realität gespiegelt.

Wie kam die Idee zum Reverse Mentoring zustande?

Wir haben uns gefragt, warum Mentoren eigentlich zwingend auf Senior Level gesucht werden. Könnten Mentees nicht auch jüngere Menschen sein, die zwar weniger Berufserfahrung mitbringen, dafür aber als digital natives neues Wissen besitzen hinsichtlich Kommunikation, Attraktivität, digitalem Nutzungsverhalten und technologischer Kundenerwartung des 21. Jahrhunderts? Wir wollen den Versuch starten, als Junior-Mentee den erfahrenen Entscheidungsträger zu unterstützen – darum Reverse Mentoring. Aus diesen Überlegungen heraus haben wir mit dem Deutschen Institut für Erfindungswesen ein Programm entwickelt, mit dem wir Entwicklungsvorständen im deutschen Mittelstand Nachwuchstalente von Microsoft zur Seite stellen.

Mentor Akio Nürnberger, Partner Technologie Strategist

Was denkt Ihr, kann diese Umkehrung bewirken?

Wir denken, dass die Impulse junger Nachwuchskräfte dazu beitragen können, wichtige Aufgaben wie die Stärkung der Innovationskraft und die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit am Wirtschaftsstandort Deutschland zu bewältigen.

Mentorin Alina Rückert Lösungsberaterin
Moderner Arbeitsplatz für Financial Services

Wer kann Mentor werden?

Voraussetzung innerhalb von Microsoft ist die Teilnahme am Microsoft Aspire Programm und eine mindestens 6-18 monatige Betriebszugehörigkeit. Eine Vorauswahl wer ins Speeddating geht, treffen wir. André Kiehne, General Manager Partner Business und Member of the Executive Board, übernimmt die Schirmherrschaft. In der Videobotschaft für das CTO-Herbstforum spricht er mit Alina Rückert über das Programm.

Was sind die Vorteile für CTOs?

Die Vorteile dieses Programms für Führungskräfte sind zum einen ein junger, frischer Blick mit offenen Fragen auf den Status Quo, zum anderen eine direkte, neue Perspektive von außen. Bei Nachfrage und Erklärung von Prozessen, eröffnet sich ein Raum, der Reflexion ermöglicht, Komplexität und gewachsene Strukturen möglicherweise als ineffizient oder auch als unvollständig, weil zu analog, entlarvt. Unsere Mentoren haben tagtäglich mit Digitalisierung und Transformation zu tun, was einen starken Mentoringeffekt erhoffen lässt.  Dabei sollen die Mentoren in erster Linie frische, wenn nötig auch kritische Fragen stellen und ihre Beobachtungen respektvoll beschreiben, keinesfalls belehrend oder besserwisserisch auftreten.

Mentor Iptihar Illiyar
Lösungsberater
Data Platform & AI für Manufacturing

Wie läuft das Mentoring ab?

Über die 9 bis 12-monatige Laufzeit der 1:1 Mentoringbeziehung wird im monatlichen Rhythmus ein Austausch stattfinden. Dabei werden spannende Fragestellungen mitgegeben, wie zum Beispiel: Entsteht Innovation durch Tradition oder Tradition durch Innovation?  oder Welche Szenarien gibt es für die Arbeitswelt der Zukunft und wie kontrollierbar sind die Veränderungen?

Einige Erkenntnisse der Diskussionen sollen im Laufe des Mentorings auch als Dialogvideo festgehalten werden, damit man aus den verschiedenen Perspektiven im CTO Netzwerk weitere Impulse in das eigene Unternehmen mitnehmen kann.

Das Ganze startet mit einem Kickoff im Januar. Wie bei jedem Mentoring ist die persönliche Sympathie der Partner am wichtigsten. Daher werden wir den Kickoff mit einem virtuellen Speed Networking starten, wo jeder Entscheidungsträger innerhalb von 40 Minuten 8 Mentoren kennenlernen kann. Von diesen können 3 Mentoren in die engere Auswahl genommen werden, die wir bei der Zusammenstellung der finalen Paarungen berücksichtigen werden.

Die Mitglieder des Dieselkuratoriums erhalten eine Einladung mit einem QR-Code zur Registrierung oder finden diesen in der internen Gruppe CTO-Forum in LinkedIn.

Ansprechpartner für das Reverse Mentoring Programm seitens des D.I.E. sind Heike Veitengruber und Pamela Wershofen.

Mehr Infos und den QR-Code zur Registrierung erhalten Sie in der internen Gruppe CTO-Forum auf LinkedIn.